Nach Social Reporting Standard (SRS)

SENSE® wissenschaftlich evaluiert

SENSE® orientiert sich an den Erkenntnissen zur Wirksamkeit von Präventions-programmen und achtet auf eine theoretische Fundierung, regelmäßige Eva-luationen sowie die methodisch-didaktische Gestaltung. Die Inhalte werden erlebnis- und handlungsorientiert vermittelt und es kommen interaktive Methoden zum Einsatz. Um den Transfer in den Alltag zu fördern, wird auf verhaltensbezogene Lernstrategien wie beispielsweise Rollenspielen und der Einsatz von Simulationen und besonderen Lernorten zurückgegriffen. Daneben deuten Forschungsergebnisse darauf hin, dass auch die Qualität der Umsetzung von Maßnahmen in der Praxis von Bedeutung für die Wirksamkeit ist (Dusenbury, Brannigan, Falco & Hansen, 2003). Hier scheint es wichtig, Bedingungen zu schaffen, die eine möglichst gute und breite Umsetzung in der Praxis fördern.

Die Wirksamkeit von SENSE® auf unterschiedliche Zielvariablen konnte im Rahmen mehrerer Studien nachgewiesen werden, die von externen Forschungsinstitutionen durchgeführt wurden. Daneben wird das Programm intern regelmäßig auf der Prozessebene untersucht.

 

95% aller SENSE® Teilnehmer*Innen können nach der Sensibilisierung die körperliche Situation eines Menschen mit Beeinträchtigung besser nachvollziehen.

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Die Wirkung unseres SENSE® Konzeptes verdeutlicht exemplarisch eine Studie der Julius-Maximilians-Universität Würzburg unter der Leitung von Dr. med. S.A. Filz und Dr. med. W. Swoboda. In dieser Studie lag die Messlatte sehr hoch, da die Teilnehmer*Innen angehende Mediziner waren, von denen eine hoher Grad an Empathie anzunehmen war. Im Versuchsaufbau wurde eine Gruppe (125 Teilnehmer*Innen) mit theoretischen und medialen Unterrichtsmaterialien (AWO) und eine zweite Gruppe (128 Teilnehmer*Innen) mit unseren SENSE®-Simulationen (Anti-Aging) unterrichtet. Zielsetzung war eine vergleichende Auswertung der o.g. Gruppen hinsichtlich Verbesserung der Fähigkeit, sich in die Situation eines Menschen mit Beeinträchtigung hineinversetzen zu können, diesen damit besser zu verstehen und letztlich die Empathie der Teilnehmer*Innen dadurch zu erhöhen.

So wurde beispielsweise die Frage nach der Möglichkeit gestellt, sich im Anschluss an die erlebte Schulung der körperlichen Situation eines Menschen mit Beeinträchtigung verständnisvoll genähert zu haben und die körperliche Situation eines Menschen mit Beeinträchtigung nach der Schulung besser nachvollziehen zu können. Der Unterschied bei der Beantwortung dieser Frage war signifikant hoch. 95%, damit nahezu alle SENSE® Teilnehmer*Innen stimmten der Aussage zu, nach der Sensibilisierung körperliche Situation eines Menschen mit Beeinträchtigung besser nachvollziehen zu können, während dies nach der Vergleichsschulung 69%, also ca. 2/3 aller Teilnehmer*Innen waren. Weitere Ergebnisse dieser Studie finden Sie in unserer wirkungsorientierten Berichterstattung 2018, die Sie nebenstehend herunterladen können.

 

Das Leben von Menschen mit Beeinträchtigung nachvollziehen können: 83% / Hineinversetzen in die Situation von Menschen mit Beeinträchtigung: 90% / die körperliche Situation nachvollziehen: 95%

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In weiteren Pilotstudien haben die Diplom-Psychologinnen Laura Schmidt und Katrin Jekel vom Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Geronto-psychiatrie, Mannheim sowie Dr. Andreas Lauenroth Netzwerk Alterns-foRschung NAR, Ruprecht Karls Universität Heidelberg die Wirksamkeit unserer SENSE® Alterssimulation evaluiert.

Ergebnis: Das Leben von Menschen mit Beeinträchtigung nachvollziehen können: 83% / Hineinversetzen in die Situation von Menschen mit Beeinträchtigung: 90% / die körperliche Situation nachvollziehen: 95%.

Fragestellung: Der Alterssimulationsanzug soll typische altersbedingte Ein-schränkungen wie Gelenkversteifung, Kraftverlust oder sensorische Ein-bußen für Jüngere erlebbar machen. Bis zu diesem Zeitpunkt existierten kaum Studien, welche die Möglichkeiten und Grenzen solcher Simulationen wissenschaftlich evaluieren. Methoden: 40 Probanden (Alter: M=50,5 Jahre, SD=18,6) erhielten eine Einführung zum Konzept der SENSE® Alters-simulation. Anschließend wurde den Teilnehmern der modularisierte Alters-simulationsanzug GERT angelegt. Nach einer Gewöhnungsphase sollten sie Alltagsaufgaben wie Treppensteigen, Zählen eines Geldbetrages oder Ein-fädeln eines Fadens bewältigen. Mit einem standardisierten Prä- und Posttest wurden Einstellungen zum Alter, Erleben der Einschränkungen und subjektives Alter erfasst. Aus Sicht der Teilnehmer konnten durch den Anzug altersbedingte Einschränkungen gut nachgebildet werden (verändertes Greifvermögen 95% Zustimmung, altersbedingter Gang 80% Zustim-mung). 70% der Teilnehmer gaben sogar eine stärkere geistige Belastung an. Nach dem Tragen des Anzugs war das Verständnis für die Alltagsprobleme Älterer erhöht.

Die Ergebnisse zeigen, dass der Anzug altersbedingte Einschränkungen realistisch abbildet und somit die Chance bietet, Verständnis und Empathie für ältere Menschen in der Gesellschaft zu fördern. In einer ergänzenden Studie wollte Dr. Andreas Lauenroth anhand eines standardisierten Verfahrens der Frage nachgehen, wie sich Gangparameter mit und ohne Anzug verändern. Das Ergebnis ist auch hier seht überzeugend. 86,4 % der Probanden werden erheblich beim Gehen beeinträchtigt, 12,8 % erhöht und bei 0,8 % wird kein Unterschied festgestellt. Untersucht wurden Gangge-schwindigkeit, Schritt- und,Zykluslänge. Die ermittelten Werte waren hierbei vergleichbar mit Menschen im Alter von 65 bis 85 Jahren.